Die Rosskastanie ein Multitalent
Die Rosskastanie in volle Blüte im Frühling.

Die Rosskastanie ein Multitalent

Die Früchte der Rosskastanie sind den meisten von uns aus der Kindheit in Erinnerung geblieben. Oft haben wir im Herbst mit den Kastanien gebastelt.

Im Alter begegnet sie uns wieder im Drogerieregal, denn die Rosskastanie ist besonders für die Stärkung der Venen und den Einsatz bei Krampfader- oder Hämorrhoidenleiden bekannt.

DIE HEILWIRKUNG DER ROSSKASTANIE

Aber die Rosskastanie kann weit aus mehr. Man kann alle Pflanzenteile Rinde, Blüte, Früchte, Blätter und Wurzeln verwenden. Durch die vielen Inhaltsstoffe z.B. Aesculin, Cumarine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Saponine oder Flavone ist sie vielseitig einsetzbar. Daraus ergibt sich eine große Bandbreite an Heilwirkungen. Die Rosskastanie wirkt beispielsweise blutreinigend, antibakteriell, adstringierend, krampflösend, schleimlösend, schmerzstillend, um mal nur einige zu nennen. Sie kann also bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt werden unter anderem bei Erkältungen, Fieber, Ödemen, Wadenkrämpfen oder Rheuma.

HERSTELLUNG EINER TINKTUR AUS DEN BLÜTEN DER ROSSKASTANIE

Gerade während ich den Text hier verfasse, blüht die Rosskastanie. Aus den Blüten kann man eine wunderbare Tinktur selbst herstellen, welche man dann anwenden oder beispielsweise in einer Venensalbe weiterverarbeiten kann.

Dazu sammelt man die Blüten und legt sie in ein Schraubglas. Anschließend übergießt man diese mit Doppelkorn. Das Glas gut verschliessen und auf einer sonnigen Fensterbank ca. 4 Wochen stehen lassen. Zwischendurch sollte das Glas immer mal wieder geschwenkt werden. Innerhalb der 4 Wochen lösen sich die Inhaltsstoffe. Die entstandene Tinktur wird dann über ein Sieb in Braunglasflaschen gefüllt und an einem kühlen und dunklen Ort aufbewahrt. Nun kann sie vielseitig zur Anwendung kommen.

In meiner Praxis empfehle ich die Rosskastanie vor allem bei bei schweren, müden Beinen und Ödemen oder Venenleiden. Auch präventiv kann die Rosskastanie vor längeren Flugreisen oder Autofahrten eingesetzt werden. Damit sollte sie in keiner Reiseapotheke fehlen. Ein Tee aus den Blüten der Kastanie tut auch sehr gut bei Husten

EIN ÖKOLOGISCHES WASCHMITTEL

Im Herbst lohnt es sich genügend Kastanien zu sammeln und daraus ein ökologisches Waschmittel herzustellen. Hierzu nutzt man die Eigenschaft der Saponine, die sogenannten Seifenstoffe. Dazu ca. 10 Kastanien zerkleinern, in ein verschließbares Gefäß geben und mit kochendem Wasser übergießen. Danach 2 Stunden ziehen lassen. Es entsteht eine milchige Flüssigkeit, diese wird dann als Waschmittel verwendet. Das Waschmittel aus Rosskastanien sollte nicht länger als 2 Tage verwendet werden, da es anfängt unangenehm zu riechen.

Aufgrund der vielen Eigenschaften wurde die Rosskastanie zurecht zur Arzneipflanze 2008 und als Baum des Jahres 2005 gewählt.

Wenn Sie mehr über den Einsatz der Rosskastanie wissen möchten, dann schreiben Sie mir gerne Ihre Fragen!

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